Hotels als Rettungsboot für die Kleingastronomie

Blick in eine Großküche

Von Simon Ens und Noah Winkels

Egoismus? Absolut fehl am Platz in der Zeit der Corona Pandemie. Jetzt ist es an der Zeit, menschlich zu sein und denen zu helfen, die es am dringendsten brauchen, nämlich die kleinen Betriebe, die in der Food and Beverage-Branche tätig sind. Durch den Zusammenhalt und dem hier dargelegten Modell „Share-Kitchen“, kann es möglich gemacht werden, vielen Betrieben finanziell unter die Arme zu greifen.

Die Leidtragenden in Zeiten der Corona Pandemie

Doch ist nicht jeder seines Glückes Schmied? Müssen Unternehmen mit wenigen finanziellen Rücklagen nicht ihren eigenen Weg einschlagen? Handelt es sich hierbei nicht um eine natürliche Selektion in der Tourismusbranche?

All das sind Fragen, die bei der Recherche auf uns zukamen. Traurig, aber wahr. Da jeder Unternehmer, der in einer „Systemirrelevanten“ Branche tätig ist, mit Einbußen umzugehen hat, sind diese Reaktionen durchaus verständlich. Nur was ist der Unterschied zwischen einem großen konzerngeführten Hotel und dem Pizzabäcker um die Ecke? Nur einer der beiden ist im wahrsten Sinne des Wortes auf jeden einzelnen Cent angewiesen. Der Kleinunternehmer wird in Krisenzeiten wie diesen nicht durch Konzerngelder gestützt. Es ist an der Zeit, gerade die „kleinen“ Anbieter in der Gastronomie zu unterstützen und es kann möglich sein sowohl diesen „kleinen“, als auch den großen Konzernen zu helfen.

Ein Projekt, das Existenzen sichert

„Share-Kitchen“ ist die Überschrift des Modells, in dem das Programm Name ist. Es dreht sich alles darum, dass Hotels mit großen Küchen diese für andere Kleingastronomien zur Verfügung stellen und das Teams der kleinen verschiedenen externen Gastronomen zusammen kochen. Es wird jedoch etwas komplexer: Der Raum Düsseldorf soll in Quadranten aufgeteilt werden, in denen jeweils wiederum die „Kleingastronomen“ auf die Hotelküchen in den jeweiligen Quadranten aufgeteilt werden.

Welche markanten Vorteile gibt es bei solch einem System und welche Rolle können DMO’s dabei einnehmen? Wird der Aspekt der Nachhaltigkeit auch berücksichtigt? Die letzte Frage lässt sich ganz klar mir Ja beantworten. In Zeiten wie diesen mit der sogenannten „Fridays-for-Future“-Bewegung ist die Nachhaltigkeit stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt worden und nicht mehr wegzudenken.

Fallen Ihnen an dieser Stelle Schwachstellen an dem Modell auf oder haben Sie noch Fragen? Hören Sie sich den Podcast zum Thema „Share-Kitchen“ an, in dem Simon Ens und Noah Winkels, zwei Duale Studenten an der IUBH Düsseldorf mit Erfahrung in der Gastronomie als auch Hotellerie, mit Menschen vom Fach über die Problematik sprechen. Lassen sie sich von dem Modell überzeugen und inspirieren. Es ist die Zeit des Zusammenhaltes.

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2 Antworten

  1. Hartmut Smikac sagt:

    Auch dazu hätte ich Fragen:
    – wie wird das wirtschaftliche geordnet wenn die Kleingastronomie faktisch „Außenstelle“ der Hotelgastronomie wird ?
    – wie wird die Qualität der Speisen auch unter den Bedingungen der Transportwege gewährleistet ?
    – wie ist es möglich, die Individualität der Kleingastronomie unter der Bedingung erhalten wird, dass die Speisen zentral aus der Zubereitung kommen ?

    • Redaktion Umdenken im Tourismus sagt:

      Guten Tag Herr Smikac,
      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Wir wollen mit dem Konzept „Share-Kitchen“ keine Außenstelle der Hotelgastronomie schaffen, sondern viel mehr eine gemeinsame Nutzung der Infrastruktur, gefolgt von einer individuellen Nutzungsgebühr. Dadurch würde die Individualität nicht eingeschränkt, sondern im besten Falle ausgebaut werden. Ein Beispiel für die Umsetzung wäre die Schrannenhalle in München.
      Die Speisekarten der Gastronomien müssten selbstverständlich an den Außerhausservice angepasst werden.

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